CHUN 13 (1997)

CHUN 13 (1997)

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DOKUMENTATION

BEITRÄGE

  • Feng Zhiwei: 冯志伟:中国的术语标准化工作
  • Jost Zetzsche: Tianzhu, Shangdi oder Shen? Zur Entstehung der christlichen chinesischen Terminologie
  • Li Mingjian: 李铭建:外国留学生在穗港澳就业的语言需求与双目的语课程设立
  • Rainer von Franz: Beobachtungen zur Nomenklatur der modernen Chemie im heutigen Chinesisch
  • Ao Yichang/Yan Guangyi: 敖依昌 / 严光仪:对外汉语经济专业教学中的外来词语问题
  • Ulrich Kautz: Die Übersetzung eines Werbetexts im Rahmen der fachsprachlichen Ausbildung von Übersetzer(inne)n
  • Nigel Wiseman: Features of Chinese Medical Language
  • Zhang Zhenhuan: Terminologische Probleme im Bereich der Technik bei der Übersetzerausbildung

CHINESISCHUNTERRICHT IM ÜBERBLICK

  • Cornelius C. Kubler: Recommendations of the U.S. National Task Force on Basic Chinese
  • Klaus Autenrieth: Schülerseminar "Chinesische Sprache und Kultur" für besonders befähigte Schülerinnen und Schüler in Baden-Württemberg (Bericht über das Schuljahr 1995/96)
  • Du Lun / Shen Ying: Eine gute Sache im Sinne der Völkerverständigung (Bericht über den 2. China-Kurs der Deutschen Schülerakademie im Juli 1996)

REZENSION

  • Andreas Guder-Manitius: Langenscheidts Handwörterbuch Chinesisch (精选汉德德汉词典) Berlin u.a.: Langenscheidt 1996

NACHRICHTEN

MITTEILUNGEN

Internationales Symposium

(IX. Tagung zum modernen Chinesischunterricht)

"Fachsprachen des Chinesischen und ihre Didaktik"

1. bis 4. Oktober 1996 in Sankt Augustin bei Bonn

Bereits der Titel dieses von Fachverband Chinesisch e.V. und Moderne China-Studien des Ostasiatischen Seminars der Universität zu Köln gemeinsam durchgeführten Symposiums verhieß Neues für die moderne Sinologie und für alle diejenigen, die im Bereich Chinesisch als Fremdsprache tätig sind. Denn es stellte weltweit die erste internationale Tagung zum Thema "Fachsprachen des Chinesischen und ihre Didaktik" dar.

Die Veranstalter der Tagung hatten sich frühzeitig um eine finanzielle Unterstützung durch die DFG bemüht, um vor allem den in China ansässigen Experten chinesischer Fachsprachen (FS) und des fachsprachlichen Chinesischunterrichts die Möglichkeit zu geben, trotz hoher Reisekosten die Tagung durch ihre Beiträge zu bereichern. Erst im Januar 1996 mußten die Veranstalter zu ihrer großen Überraschung erfahren, daß mit einer solchen Unterstützung nicht zu rechnen sei. Dies hatte große organisatorische Schwierigkeiten zur Folge, da die Tagung verschoben werden mußte (von Mai auf Oktober) und neue Wege zu finden waren, wenigstens einen Teil der chinesischen Wissenschaftler einladen zu können. Tatsächlich blieben buchstäblich bis zur letzten Minute Unsicherheiten bestehen, wer von den Vortragenden würde kommen können.

Wohl aufgrund der ausgebliebenen finanziellen Unterstützung konnten wichtige Experten für die FS-Didaktik aus der VR China, wie z. B. Du Houwen (Beijing, Verfasser von Unterrichtswerken für die chinesischen FS der Technik und Naturwissenschaften) und Hong Caizhang (Beijing, Medizin), nicht an der Tagung teilnehmen. Weitere Teilnehmer, die sich bereits verbindlich mit Vorträgen angekündigt hatten, konnten - vielleicht aus ähnlichen Gründen - nicht teilnehmen. Dies waren Mien-Hwa Chiang (Princeton) für die FS der Naturwissenschaften, Gabriel Hong (Taibei) für die FS Medizin, Luo Minyan (Bremen), Zhang Peng-peng (Beijing) und Martin Dlugosch (Bonn) für die FS Wirtschaft sowie He Tian (Hongkong) und Harro von Senger (Freiburg/Zürich) für Jura. Dies führte dazu, daß etwa die FS Recht und Wirtschaft im Spektrum der Vorträge stark unterrepräsentiert waren.

Einige derjenigen, die kurzfristig nicht kommen konnten, hatten jedoch bereits ein Abstract ihres geplanten Vortrages eingereicht. Diese Beiträge werden in der nun folgenden Zusammenstellung der Tagungsbeiträge in Orientierung an den thematischen Schwerpunkten, die trotz großer Vielfalt zu erkennen waren, kurz dargestellt.

Peter Kupfer (Germersheim), 1. Vorsitzender des FaCh, eröffnete das Symposium durch einen einführenden Vortrag zum Thema "Fachchinesisch - linguistische Merkmale chinesischer Fachsprachen aus sprachdidaktischer und übersetzungsstrategischer Sicht". Neben einer theoretischen Annäherung an den Begriff der FS selbst gab er darin einen kurzen Überblick über bestehende Lehrwerke zu den chinesischen FS der Technik und Wirtschaft (diese Werke lagen teilweise auf einem Büchertisch aus) und verwies dabei auf die allgemein noch bestehenden Lücken solcher Lehrwerke: unklare Zielgruppe, unklare Progression und heterogenes Niveau.

Dieser Eindruck wurde bestätigt, als die Tagungsteilnehmer zu einem späteren Zeitpunkt gemeinsam mehrere Lektionen des Videokurses "Shangye Hanyu" (von der Außenhandelsuniversität in Beijing) ansahen. Der Einsatz solchen Unterrichtsmaterials wurde jedoch begrüßt, auch wenn noch einiger zusätzlicher Aufwand für die Unterrichtsvorbereitung damit verbunden ist.

Einen ersten Schwerpunkt bildeten die Geschichte und Entwicklung der FS in China.

Chen Qiying (Kun-ming) berichtete über ihre "Untersuchungen zum Fachwortschatz im alten chinesischen Wörterbuch Erya". Sie zeigte anhand zahlreicher Beispiele, daß der fachliche Bezug eines Schriftzeichens oft an seiner graphischen Realisierung abzulesen ist. So besitzen z. B. Fachwörter aus den Bereichen Handel und Geldwirtschaft damals wie heute häufig ein "Muschel-Radikal", was auf die Muschelwährung im antiken China hinweist. Es folgten weitere Beispiele einschließlich der Etymologie der betreffenden Schriftzeichen.

Feng Zhiwei (Beijing/Konstanz) berichtete als Mitglied der Staatlichen Kommission für Sprach- und Schriftarbeit der VRCh über "Die Arbeit der Terminologiestandardisierung in China". Er beleuchtete dabei historische Aspekte ab dem Jahr 1949 und erklärte das Zusammenwirken der unterschiedlichen Gremien, die in China an der Normierung der Terminologie beteiligt sind. Weiterhin erläuterte er die Herausbildung nationaler Standards für die Terminologiearbeit.

Zu den FS aus dem gesellschaftswissenschaftlichen Bereich wurden zwei Vorträge gehalten.

Jost Zetzsche (Hamburg) zeigte in seinem Vortrag "Tianzhu, Shangdi oder Shen? Zur Entstehung der christlichen chinesischen Terminologie", wie komplex die Herkunft dieser Terminologie ist. Er machte durch eine große Zahl an Beispielen deutlich, wie stark die auch heute noch bestehende terminologische Vielfalt die verschiedenen Epochen der Missionsaktivitäten in China einerseits sowie unterschiedliche Missionsstrategien der einzelnen christlichen Gruppierungen (Nestorianer, Jesuiten/Katholiken, Reformierte) andererseits widerspiegelt.

Wolfgang Lippert (Erlangen) sprach zum Thema "Der Marxismus und die Entwicklung des politischen Wortschatzes in China". Kernpunkt seines Vortrags war seine Feststellung, daß der Großteil (60-80%) der chinesischen Terminologie des Marxismus aus dem Japanischen übernommen wurde und nicht, wie wohl von manchen vermutet, direkt aus dem Deutschen oder einer anderen westlichen Sprache. Er belegte dies mit Hilfe von anschaulichen Beispielen.

Einen vergleichsweise großen Schwerpunkt bildeten Vorträge zu den FS von Naturwissenschaften und Technik.

Mien-Hwa Chiang (Princeton, USA) war mit einem Abstract zum Thema "Understanding the Nature of Teaching Languages in Chinese Professional Fields through an Analysis of a Research-Oriented Text" vertreten. Nach einer Analyse der "external features" eines solchen Textes sollten Organisation und Funktion von Texten dieser Textsorte herausgestellt werden. In einem dritten Schritt sollten "internal textfeatures" (NP, VP und Satzmuster) beschrieben werden. Für den Unterricht empfiehlt er die Aufbereitung zweier unterschiedlicher Unterrichtsmaterialien: Das eine für extensives Lesen/Hören zum Wissenserwerb auf dem betreffenden Fachgebiet und das andere für intensives Lesen/Hören zur Verbesserung der sprachlichen Kompetenz.

Rainer von Franz (Leipzig) gab seine "Beobachtungen zur Nomenklatur der modernen Chemie im heutigen Chinesisch" auf beeindruckend systematische Weise wieder und zeigte anhand einer Vielzahl von illustrativen Beispielen, was die chinesische Fachterminologie der Chemie charakterisiert, nämlich eine relativ große Eigenständigkeit, stark interpretativen Charakter und relativ starke Kohärenz. Auf dieser Grundlage empfahl er für den Unterricht der chinesischen FS der Chemie eine Klärung der wörtlichen Bedeutung der Begriffe, sowohl bezüglich ihrer Etymologie als auch bezüglich des Gemeinten selbst.

Zhang Zhenhuan (Germersheim) berichtete in seinem Vortrag "Terminologische Probleme im Bereich der Technik bei der Übersetzerausbildung" von Fragestellungen, die aus der Sicht des Lehrenden bei der Vermittlung der chinesischen Fachsprache der Technik im Rahmen der Übersetzerausbildung auftreten. Aufgrund der Tatsache, daß eine umfassende Kenntnis verschiedener Fachgebiete und ihrer deutsch-chinesischen Terminologie nicht zu vermitteln ist, sprach er sich dafür aus, die Probleme der Terminologiearbeit stärker bewußt zu machen sowie Strategien und Werkzeuge für eine selbständige Erschließung neuer Terminologien zu vermitteln. Dies kann seiner Ansicht nach u. a. durch das "Vergleichende Lesen" realisiert werden.

Zur FS der Medizin waren zwei Vorträge auf dem Programm.

Nigel Wiseman (Taizhong) gab den Tagungsteilnehmern in seinem Vortrag "The Features of Chinese Medical Language" Einblick in die Geschichte der traditionellen chinesischen Medizin und die Herausbildung der zugehörigen Fachterminologie. Erst mit dem zunehmenden Einfluß der westlichen Methodik der Wissenserschließung wurde zu Beginn dieses Jahrhunderts damit begonnen, die Terminologie dieses Faches in lexikographischen Werken festzuhalten. Anhand von einigen Beispielen zeigte er, daß die funktionale Metapher als ein wichtiges Mittel der Terminologisierung in diesem Fachgebiet diente.

Gabriel Hong (Taibei) hatte ein Abstract zum Thema "Terminologies in Speech-Language-Hearing Pathology in traditional Chinese Medicine" vorgelegt. Darin stellt er die traditionelle chinesische Medizin als typisches Beispiel für den starken Einfluß des Westens auf Konzepte und sprachliche Repräsentation wissenschaftlicher Fachgebiete in China dar. Dieser Einfluß und die damit verbundene neue Ausrichtung an der westlichen Medizin lassen sich seiner Ansicht nach durch den Vergleich alter und neuer Terminologie der traditionellen chinesischen Medizin nachvollziehen.

Unter dem Schwerpunkt FS der Wirtschaft lassen sich die folgenden Vorträge zusammenfassen, die allerdings teilweise nur in weiterem Sinn das Fach-gebiet Wirtschaft betreffen:

Ao Yichang/Yan Guangyi (Chongqing) sprachen "Zur Problematik des Fremdwortschatzes in der Fachsprachendidaktik des Chinesischen als Fremdsprache im Bereich Wirtschaft". Sie stellten zunächst die verschiedenen Prozesse der Entlehnung und die damit verbundenen Probleme (insbesondere konkurrierende Termini) vor und plädierten abschließend dafür, den immer größer werdenden Anteil des Fremdwortschatzes im Chinesischen zum Unterrichtsgegenstand des fachsprachlichen Chinesischunterrichts zu machen und auf Konsistenz und Standardisierung dieser Terminologie hinzuwirken.

Li Mingjian (Guangzhou) referierte "Zu den sprachlichen Anforderungen von ausländischen Studierenden für ihre Anstellung in Guangzhou, Hong Kong und Macao und dem Aufbau eines Curriculums zweier Zielsprachen (Putonghua und Kantonesisch)" und gab damit wertvolle Anregungen für die Ausbildung von Fachkräften für den Handel mit den kantonesischsprachigen Regionen und für die Erstellung entsprechenden Lehrmaterials.

Zhang Pengpeng (Beijing), der wegen Visaproblemen nicht teilnehmen konnte, reichte ein Abstract ein zum Thema "Probleme bei der Vermittlung des Außenhandelschinesisch und der Erstellung entsprechender Lehrmaterialien". Darin erläutert er seine Standpunkte zur Didaktik in diesem Bereich: Er hält die Vermittlung von Außenhandelschinesisch nur auf der Grundlage solider allgemeiner Sprachkenntnisse für sinnvoll. Sind diese vorhanden, kann nach seiner Auffassung die Erweiterung des Fachwortschatzes im Mittelpunkt stehen. Mehr als bisher üblich müßten seiner Meinung nach neben dem internationalen Außenhandel auch Besonderheiten des chinesischen Außenhandels zur Sprache kommen. Für die Erstellung von Unterrichtsmaterialien schlägt er die Einbeziehung der neuen Medien und die Berücksichtigung von Selbstlernern vor.

Die zwei folgenden Vorträge illustrieren den Einsatz von Werbetexten im fachsprachlichen Chinesischunterricht.

Ulrich Kautz (München) zeigte mit seinem Beitrag "Die Übersetzung eines Werbetextes im Rahmen der fachsprachlichen Ausbildung von Chinesisch-Übersetzer(inne)n", daß die Einbeziehung der wissenschaftlichen Textlinguistik (und damit eine Erweiterung der Linguistik um Aspekte der Soziologie, der Sprechakttheorie und der Sprachwirkungsforschung) für die adäquate Übersetzung eines Textes grundsätzlich unerläßlich ist. Er demonstrierte dies auf sehr anschauliche Weise in der Form einer Übersetzungskritik eines vom Chinesischen ins Deutsche übersetzten Werbetextes. Als Schlußfolgerung äußerte er die Ansicht, daß im Sinne der wissenschaftlichen Textlinguistik eine Unterscheidung zwischen fachsprachlichen Texten und gemeinsprachlichen Texten weder machbar noch notwendig sei.

Li Linnei (Malvern/Australien) referierte zum Thema "The Use of Television Advertisements in Teaching Business Chinese". Anhand mitgebrachter Videos demonstrierte sie, daß die Verbesserung der Sprachkompetenz und der Erwerb von kulturellem Hintergrundwissen mit Hilfe des Einsatzes von chinesischen Werbespots im Unterricht Hand in Hand gehen können. Diese Option für den Chinesischunterricht kommt erst seit der Herausbildung einer Konsumgesellschaft und einer damit aufkommenden Vielfalt an Werbespots in China, also erst seit jüngster Zeit, in Betracht. Eine Integration von Werbespots in den Unterricht stellt nach der Erfahrung der Referentin eine sinnvolle Ergänzung zur Verwendung der herkömmlichen Lehrmaterialien dar und gibt in ungezwungener Art und Weise Anlaß zur Gruppendiskussion, d. h. zum aktiven Gebrauch des Chinesischen.

Weiterhin waren auch Vorträge zum Aufbau von Terminologie- und Textkorpora und deren Präsentation mit Hilfe des Computers zu hören.

Michael Heinz (Bern) widmete seinen Vortrag dem Thema "Text Presentation with Specific and General Terminology via Hypertext". Mit dem in Bern entwickelten Programm, das der Referent auf Laptop präsentierte, ist es möglich, Texte und Textteile bis hin zu einzelnen Termini akustisch und graphisch (mit Hanyu Pinyin) wiederzugeben. Neben einer Verbindung zum mehrsprachigen Lexikon (mit Erklärungen zu Morphologie und Syntax) gibt es auch die Funktion, kurze Videos abzuspielen. Ein solches Werkzeug bietet speziell für das Selbststudium ganz neue Möglichkeiten.

Annette Maurer (Konstanz) berichtete über den Fortgang des Projekts "Fachterminologie für außereuropäische Sprachen - Aufbau einer deutsch-chinesischen Terminologiedatenbank" (gefördert vom BMWi), das beim Zentrum CiTaL seit Juli 1995 durchgeführt wird. Nach einer Beschreibung der Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen Projektpartnern (chinesische Ministerien und Hochschulen einerseits, deutsche Industrieunternehmen andererseits) und der Erschließung von terminologischen Ressourcen in China erläuterte sie die Konzeption der Terminologiedatenbank, bei der eine größtmögliche Offenheit, sowohl im Hinblick auf die potentiellen Nutzer als auch im Hinblick auf die ständig fortschreitende Entwicklung von Software- und Netztechnologie, erreicht werden soll.

Nachdem es schon während der gesamten Dauer der Tagung immer wieder Gelegenheiten zum Meinungs- und Informationsaustausch gegeben hatte, wie etwa bei den gemeinsamen Mahlzeiten im Arnold-Janssen-Haus, war für den letzten Tag des Symposiums eine abschließende Plenumsdiskussion der Ergebnisse und ihrer Bedeutung für die Entwicklung des fachsprachlichen Chinesischunterrichts anberaumt.

Zunächst wurde die provokante These in den Raum gestellt, daß man das Thema der Tagung (Fachsprachen des Chinesischen und ihre Didaktik) eigentlich "verfehlt" habe. Die meisten Vorträge hatten die jeweilige Fachterminologie und nicht die aus weit mehr als nur ihrer Terminologie bestehenden FS selbst zum Gegenstand. Weiterhin kamen didaktische Überlegungen nur in Ansätzen vor.

In der sich hieran anschließenden lebhaften Diskussion wurde diese Kritik allgemein als sehr wichtig akzeptiert, es wurde aber auch von verschiedenen Seiten darauf hingewiesen, daß zum Thema der Didaktik chinesischer FS weltweit zuvor noch nie eine eigene Tagung abgehalten worden sei und daß dieses Symposium deshalb einen absoluten Neubeginn markiere. Es sei also ganz natürlich, daß hierbei noch größere Lücken bestünden und mit diesem ersten Schritt einer gemeinsamen Tagung ein erster Überblick über die internationalen Aktivitäten und Impulse für die eigene Arbeit auf diesem Gebiet vermittelt würden. Peter Kupfer sagte im Namen der Veranstalter, daß die Tagung bewußt als "erster Vorstoß" in ein neues Forschungsgebiet der modernen Sinologie geplant war.

Dieser Vorstoß wurde von den Tagungsteilnehmern allgemein als sehr anregend empfunden, was auch durch den intensiven Austausch von Adressen und Unterlagen und nicht zuletzt durch die engagierte Abschlußdiskussion bestätigt wurde.

Die sehr angenehme Atmosphäre im Arnold-Janssen-Haus und das interessante Beiprogramm, das aus einer Besichtigung des China-Zentrums in Sankt Augustin und einer Stadtrundfahrt durch Bonn in chinesischer Sprache bestand, trugen ein übriges zum Gelingen der Tagung bei.

Die Organisatoren vom Fachverband Chinesisch e.V. und von den Modernen China-Studien der Universität zu Köln haben trotz widriger Umstände mit großem Einsatz und Ausdauer eine für alle Beteiligten gewinnbringende Tagung ermöglicht. Dafür gebührt ihnen unser herzlicher Dank.

Für die X. Tagung zum modernen Chinesisch-Unterricht im Jahr 1998 einigte man sich in der am Rande der Tagung abgehaltenen Mitgliederversamm-lung des Fachverbands Chinesisch vorläufig auf das sicher ebenfalls sehr spannende Thema "Neue Medien".

Annette Maurer